Darmstadt hat einen verkehrsintensiven Cityring. Zwischen der Innenstadt und dem Jugendstilzentrum Mathildenhöhe oder genauer zwischen dem neuen Kongresszentrum und dem Residenzschloss verläuft eine vierspurige Straße. Es soll eine Fußgängerbrücke zwischen der abrupt endenden Erich-Ollenhauer-Promenade, die zur Mathildenhöhe führt, und der Bastion des Schlosses geschlagen werden.
In der direkten Nachbarschaft der Renaissance- und Barockarchitektur des Schlosses muss eine filigrane Lösung gefunden werden. Auf der Suche nach dem passenden konstruktiven Prinzip für die Überbrückung dieser städtebaulich hoch sensiblen Situation ist es angemessen, in diesem historischen Kontext eine rein technische Lösung zu platzieren, die sich respektvoll von ihrer Umgebung abhebt.
Als Vorbild hierfür eignet sich die Wirbelsäule, die mit ihrem sequentiellen Aufbau in Einfachheit und Intelligenz eine optimale und naturgemäß stabile Grundstruktur liefert. Schmuck, Farbe und Material über das Konstruktive hinaus fehlen völlig.
Konkret ermöglicht das Tragwerk in Form eines Bogens eine stützenfreie Überspannung der 80 m breiten Distanz, für die nötige statische Höhe des Bogens wird eine Stahlkonstruktion in Raumfachwerk gewählt. Um den intensiven Verkehr des neuralgischen Cityrings nicht zu beeinträchtigen, werden die vorgefertigten Segmente vor Ort und in kurzer Zeit zusammengefügt.