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    Ein Stadtbild prägt unsere Wahrnehmung, doch benutzt man die Stadt ohne hinzusehen. Wir erfassen ihre Konturen aber übersehen Details. Eigenarten von Gebäuden und städtebauliche Zusammenhänge werden selten bemerkt. Frieden und Ordnung dürfen nicht darüber hinwegtäuschen, dass die Stadt ein instabiles Konstrukt ist. Eine Störung der Routine ausgehend vom Wesen des Ortes macht dies deutlich. So ist ein radikaler spatialer Störfaktor der Heckenschütze. Er ist Raumbestandteil von Bürgerkriegsstädten, dessen Macht auf Unkalkulierbarkeit basiert. Er bewegt sich frei in Raum und Zeit und zwingt Städter zu permanenter Wachsamkeit. Wer unter Heckenschützen lebt, muss alternative Verhaltensmuster entwickeln, um täglich zu überleben. Eine achtlose Mensch-Stadt-Beziehung ist nicht möglich. Die Mittel der Heckenschützentaktik sind minimal, ihr Effekt überproportional. Das gleiche will die weiße Box. Gezielt im Stadtgefüge platziert, die gewohnten Verhaltensmuster störend, übernimmt sie wichtige Eigenschaften wie Überraschungseffekt, Unvorhersehbarkeit und Mobilität. Ziel ist die Erweiterung der Stadtwahrnehmung, Aufmerksamkeit für Ortspotentiale, die man nutzt aber nicht wahrnimmt. Die Box ist ein umgebauter Frachtcontainer, der vielfältig zu öffnen ist, der im weltweiten Verkehr an jeden Ort transportiert werden kann. Er steht immer im öffentlichen Raum und setzt diesen mit Ausstellungsinhalten in Beziehung. Der Ausblick wird durch Sichtöffnungen auf Details im Stadtraum gerichtet. Aktionsfeld ist hier Berlin, jede andere Stadt wäre denkbar. Das Projekt entstand 2005 mit Yasmine Benhadj-Djilali.

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