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    Der Märtyrerplatz war vor dem Bürgerkrieg (1975-1990) der lebendigste Ort in Beirut. Er ist von mehrspurigen Straßen gesäumt. Das Planungsareal liegt in der Verlängerung des Platzes auf der ehemaligen Grünen Linie, der politischen Demarkation zwischen West- und Ost-Beirut, der Front zwischen den Kriegsparteien. Auf diesem Gelände soll eine Nutzung installiert werden, die einen Beitrag leistet zur Verständigung zwischen den Volksgruppen und zur Überbrückung der politischen Cleavages. Ein Presseverlag für alle Volksgruppen wird entstehen, Meinungs- und Pressefreiheit sollen den zerstörerischen Konfliktaustrag ablösen. Das Volks- und Pressehaus ist Sinnbild und zugleich Infrastruktur der Verbindung. Die Addition einzelner Baukörper steht für die verschiedenen Konfessionen Beiruts und bildet ein Ganzes. Der Verlag respektiert aber verbindet auch alle Minoritäten. Jede der 17 politisch-religiösen Gruppen erarbeitet frei ihre Inhalte, die in einer gemeinsamen Zeitung publiziert werden. Die Redaktionen streben eine Beteiligung der Öffentlichkeit auf dem ehemaligen Grenzland an. Bislang nämlich besteht kaum Publikum: Lediglich vorbeifahrende Autos „partizipieren“ an diesem früher belebten Platz. Um noch weitere Belebung zu provozieren, wird eine virtuelle Öffentlichkeit auf den Plan gerufen. Live-Videoübertragungen aus den verschiedenen Zentren der Stadt werden auf die geschlossenen Fassaden der einzelnen Gebäude (Nord, Süd) projiziert. So sind alle Volksgruppen Beiruts präsent.

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