Der Städtebau Kopenhagens ist charakterisiert durch das historisch bedingte, exzentrische Wachstum der Stadt, das mit definierten Stadtvierteln einer lesbaren Ordnung folgt. Das Carlsberg Produktionsgelände liegt inmitten dieser Quartiere, sticht jedoch durch seinen autarken industriellen Charakter hervor.
Dieses Areal ist im Gegensatz zu den umgebenden Stadtstrukturen nicht nach den Anforderungen der städtebaulichen Erweiterung gewachsen, sondern folgte den unternehmenshistorischen und produktionsbedingten Entwicklungen der Carlsberg Beer Brauerei. Im Zuge der Umsiedelung jeglicher Produktion weg vom derzeitigen Gelände sollte ein integratives Umnutzungskonzept für den 33 ha großen Bereich entwickelt werden. Auf dem Gelände existieren derzeit neben denkmalgeschützten Gebäuden aus dem 19 Jh. auch Lager- und Produktionsgebäude aus jüngeren Jahren. Beim Konzipieren einer neuen Identität gab es zwei Optionen, einerseits den Erhalt und die Integration historischer Substanz und andererseits das gezielte Aufräumen und Abtragen von Gebäuden ohne Potenzial, um Platz zu schaffen für neue Volumina mit neuen Inhalten. Durch punktuelle Eingriffe, Abtragung, Aufwertung des bleibenden Bestandes und Kombination dessen mit einer neuen städtebaulichen Struktur kann eine frische Identität des Areals entstehen. Das Projekt entstand in Zusammenarbeit mit Alcindo Spinola.